Der Verein Innovationsfonds fördert seit der Gründung im Jahr 1997 Unternehmen in ihrer Gründungs- und Startphase. Er unterstützt Unternehmen, die seinen ethischen Ansprüchen genügen und für ein nachhaltiges Gesellschafts- und Umweltmodell eintreten. Dabei orientiert sich der Innovationsfonds an den von der Alternativen Bank Schweiz (ABS) vertretenen Werten und Förderthemen. Der Verein unterstützt Unternehmungen, die für eine reine Bankfinanzierung noch zu risikobehaftet sind, deren Strukturen aber tragfähig und deren Ideen überzeugend sind. Er stellt diesen Projekten Eigenkapital in Form von Beteiligungen zur Verfügung oder gewährt ihnen moderat verzinste Darlehen.
Die Mittel des Innovationsfonds für neue Finanzierungen stammen aus Zuwendungen der Alternativen Bank Schweiz (ABS) aus den Geschäftsergebnissen, aus Spenden von ABS-Aktionärinnen und -Aktionären, die ihre Dividende an den Verein abtreten, sowie aus der Verzinsung und den Rückzahlungen von bestehenden Engagements. Weitere Spenden jeglicher Art - einschliesslich Legate und Erbschaften - sind willkommen. Der Innovationsfonds dankt allen Spenderinnen und Spendern herzlich für ihre Grosszügigkeit, sowohl in seinem eigenen Namen als auch im Namen der begünstigten Unternehmen.
Der Vorstand und die Geschäftsleitung verabschiedeten im vergangenen Jahr eine Neuausrichtung. Neu werden ausschliesslich junge, innovative Unternehmen unterstützt, die sich einem verantwortlichen Unternehmertum verschreiben. Insbesondere werden Projekte im innovativen Eigentumsmodell des Verantwortungseigentums gefördert.
Zudem hat der Vorstand, der sich bisher aus dem Verwaltungsrat der ABS rekrutierte, entschieden, die Verantwortung an ein operatives Team der ABS zu übertragen. Der Innovationsfonds dankt dem Verwaltungsrat herzlich für die wertvolle Zusammenarbeit sowie das Vertrauen in das neue Team.
Zusätzlich konnte der Innovationsfonds die bereits Ende 2024 begonnene Portfoliobereinigung weiterführen und weitere Ausbuchungen sowie Beteiligungsverkäufe vornehmen. Das Bruttoportfolio sank von knapp CHF 5 Mio. auf nun ca. CHF 4 Mio., das Nettoportfolio blieb allerdings annähernd gleich (CHF 3.1 Mio.). Zusätzlich musste der Innovationsfonds grössere Abschreibungen zu Lasten der Erfolgsrechnung in diesem Jahr vornehmen.
Im vergangenen Jahr konnte der Innovationsfonds drei neue Finanzierungen auf Grundlage der neuen Ausrichtung bewilligen sowie drei bestehende Finanzierungen erhöhen. Die Bewilligungsquote war damit etwas niedriger als im Vorjahr bei etwas mehr Anträgen (97).
Der Vereinsvorstand setzt sich aus Mitarbeitenden der ABS zusammen:
Nicole Bardet, Mitglied der ABS-Geschäftsleitung
Bertrand Donninger, Koordinator Kreis Finanzieren
Darlehen
| per 31.12.2025 | TCHF |
| Autonomyo GmbH | 75 |
| Deli Social GmbH | 48 |
| Fairpicture AG | 200 |
| Field Food AG | 200 |
| Furler Productions GmbH | 100 |
| Gärtnerei Homatt AG | 50 |
| HCP Suisse GmbH | 13 |
| ID Watch AG | 50 |
| Karibou.ch AG | 15 |
| Kuori GmbH | 100 |
| Madaster Service | 75 |
| Muntagnard GmbH | 25 |
| Mycrobez AG | 100 |
| novazium AG | 83 |
| Oomium AG | 150 |
| ORCA AG | 25 |
| Oxygen at Work AG | 75 |
| Pretty Good GmbH | 70 |
| reCircle GmbH | 35 |
| Reslides GmbH | 75 |
| Scandens GmbH | 100 |
| SmartSmallHouse | 75 |
| Social Ecosystems AG (ehem. Coffee Annan) | 50 |
| Stiftung KEDA | 25 |
| taketray GmbH | 50 |
| Terrabloc AG | 100 |
| Tomorrow is another morning GmbH | 50 |
| Toolbike AG | 100 |
| upwater AG | 215 |
| Verein Impact Hub Ticino | 50 |
| Verein Kompotoi | 63 |
| Verein Mobsya | 40 |
| Total | 2'481 |
Wertschriften
| (Beteiligungen < 10 %) per 31.12.2025 | TCHF |
| Alpkäserei Urnerboden AG | 50 |
| Claro Fair Trade AG | 50 |
| Social Ecosystems AG (ehem. Coffee Annan) | 100 |
| Cowa Therma | 72 |
| Fair2C | 50 |
| Frauen im Zentrum AG | 50 |
| Frauenhotel AG | 60 |
| Green-Y Energy AG | 75 |
| Malaica | 100 |
| Mpower Ventures AG | 75 |
| npg AG für nachhaltiges Bauen | 19 |
| Sedimentum AG | 75 |
| Swisspeers AG | 111 |
| Thingsy GmbH | 50 |
| Tsüri AG | 51 |
| Voltiris | 75 |
| WOZ Internat. Medienerzeugnisse AG | 30 |
| Ylah AG | 100 |
| zevvy AG | 100 |
| Total | 1'293 |
Beteiligungen
| (> 10 %) per 31.12.2025 | TCHF |
| Artha Samen AG | 70 |
| Gärtnerei Homatt AG | 115 |
| Total | 185 |
Bilanz
| AKTIVEN | 31.12.2025 TCHF | 31.12.2024 TCHF |
| Umlaufvermögen | ||
| Flüssige Mittel | 421 | 619 |
| Festgeld kurzfristig | 300 | 0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 36 | 51 |
| Übrige kurzfristige Forderungen | 1 | 1 |
| Aktive Rechnungsabgrenzungen | 0 | 0 |
| Total Umlaufvermögen | 758 | 672 |
| Anlagevermögen | ||
| Darlehen an Dritte | 2'481 | 2'883 |
| Wertberichtigungen Darlehen und Bürgschaften | -592 | -1'037 |
| Total Darlehen | 1'890 | 1'846 |
| Total Finanzanlagen Aktien | 8 | 7 |
| Total Finanzanlagen | 1'898 | 1'853 |
| Beteiligungen | 185 | 185 |
| Wertberichtigungen Beteiligungen | -58 | -78 |
| Total Beteiligungen | 128 | 108 |
| Wertschriften | 1'293 | 1'740 |
| Wertberichtigung Wertschriften | -175 | -585 |
| Total Wertschriften | 1'118 | 1'155 |
| Total Anlagevermögen | 3'144 | 3'115 |
| Total Aktiven | 3'902 | 3'787 |
| PASSIVEN | ||
| Kurzfristiges Fremdkapital | ||
| Passive Rechnungsabgrenzungen | 3 | 3 |
| Total kurzfristiges Fremdkapital | 3 | 3 |
| Eigenkapital | ||
| Freiwillige Gewinnreserven | 3'785 | 3'653 |
| Jahresgewinn | 114 | 132 |
| Total Eigenkapital | 3'899 | 3'785 |
| Total Passiven | 3'902 | 3'787 |
AnHang
| ANZAHL VOLLZEITSTELLEN | <10 | <10 |
| KAPITAL - UND STIMMANTEILE BEI BETEILIGUNGEN > 20 % oder 10 % Grund- oder Stammkapital | 2025 | 2024 |
| Gärtnerei Homatt AG | TCHF 115 | TCHF 115 |
| Anteil Kapital | 42,00 % | 42,00 % |
| Anteil Stimmen | 26,50 % | 26,50 % |
| Artha Samen AG | TCHF 70 | TCHF 70 |
| Anteil Kapital | 25,74 % | 25,74 % |
| Anteil Stimmen | 10,29 % | 10,29 % |
Erfolgsrechnung
| Betriebsertrag Darlehen, Beteiligungen und Wertschriften | 31.12.2025 TCHF | 31.12.2024 TCHF |
| Zuweisung der Alternativen Bank Schweiz AG | 200 | 200 |
| Spenden | 147 | 212 |
| Beteiligungs-, Wertschriften und Darlehensertrag | 21 | 40 |
| Zinsertrag Darlehen | 71 | 73 |
| Kommissionsertrag Bürgschaften | 0 | 0 |
| Sonstiger Betriebsertrag | 0 | 0 |
| Verluste Forderungen | 0 | 0 |
| Total Betriebsertrag Darlehen, Beteiligungen und Wertschriften | 439 | 525 |
| Betriebsaufwand Darlehen, Beteiligungen und Wertschriften | ||
| Verlust auf Darlehen | -264 | -105 |
| Verlust auf Beteiligungen | 0 | 0 |
| Verlust auf Wertschriften | -102 | -226 |
| Total Betriebsaufwand Darlehen, Beteiligungen und Wertschriften | -366 | -331 |
| Veränderung Wertberichtigungen Darlehen | 73 | -272 |
| Veränderung Wertberichtigungen Beteiligungen | 20 | 108 |
| Veränderung Wertberichtigungen Wertschriften | -33 | 117 |
| Total Betriebsaufwand Darlehen, Beteiligungen und Wertschriften | 60 | -47 |
| Übriger betrieblicher Aufwand | ||
| Jahresbericht | -13 | -10 |
| Übriger Betriebsaufwand | -8 | -5 |
| Total betrieblicher Aufwand | -20 | -16 |
| Finanzaufwand und Finanzertrag | ||
| Finanzaufwand | 0 | 0 |
| Finanzertrag | 0 | 0 |
| Total Finanzaufwand und Finanzertrag | 0 | 0 |
| Ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag | ||
| Ausserordentlicher Aufwand | 0 | 0 |
| Ausserordentlicher Ertrag | 2 | 0 |
| Total ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag | 2 | 0 |
| Vereinserfolg | 114 | 132 |
Die flüssigen Mittel betrugen per 31.12.2025 CHF 420´809 und liegen damit deutlich unter Vorjahresniveau. Dies hängt vor allem mit dem Abschluss einer Festgeldanlage über CHF 300‘000 zusammen. In Summe liegt das Umlaufvermögen mit CHF 757‘838 leicht über Vorjahr.
Der Bestand an Darlehen inkl. Wandeldarlehen beläuft sich auf CHF 2‘481‘333 und ist damit um CHF 401‘667 tiefer als im Vorjahr. Dies ist auf folgende Effekte zurückzuführen:
(I) CHF 350‘000 neue Darlehen sowie CHF 240‘000 Erhöhungen bestehender Darlehen, abzüglich (II) CHF 175‘000 Umwandlungen in Wertschriften, (III) CHF 221‘667 Amortisationen sowie (IV) CHF 595‘000 Ausbuchungen. Die Wertberichtigungen auf Darlehen sanken um CHF 455‘500, entsprechend 24% des Bestandes, vor allem aufgrund der Auflösung der Wertberichtungen, die bereits für die Ausbuchungen vorgesehen waren.
Die zum Anschaffungswert bilanzierten Beteiligungen liegen stabil bei CHF 185‘000. Es wurde lediglich die Wertberichtigung leicht gesenkt. Die Wertschriften sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich um ca. CHF 446‘600 gesunken und belaufen sich in Total auf CHF 1‘292‘919. Die Veränderung ist zurückzuführen auf:
(I) Wandlungen von Darlehen über CHF 175‘000, abzüglich (II) Verkäufe über CHF 111‘000, (III) Schenkungen von Anteilsscheinen im Wert von CHF 90‘020 (da nicht werthaltig) und (IV) Ausbuchungen aufgrund Liquidationen über CHF 420‘579. Die Wertberichtigungen auf Wertschriften sanken auf CHF 174‘999, entsprechend 14 % des Bestandes, ebenfalls hauptsächlich aufgrund der Ausbuchungen. In Summe ist das Anlagevermögen nahezu stabil bei CHF 3‘143‘678. Die Bilanzsumme stieg leicht auf total CHF 3‘901‘516.
Der Verein Innovationsfonds erhielt im vergangenen Jahr Spenden von Aktionärinnen und Aktionären der ABS, die auf die Dividende ihrer ABS-Aktien verzichteten, sowie Spenden von weiteren Privatpersonen in Höhe von CHF 147‘108. Zudem spendete die ABS wiederrum CHF 200‘000 aus ihrem Gewinn. Des Weiteren konnten Beteiligungs- und Darlehenserträge über CHF 21‘087 sowie Zinserträge auf Darlehen von CHF 70‘508 erzielt werden. Die gesamten Betriebserträge sanken leicht auf CHF 438‘703 (Vorjahr CHF 525‘480). Der Verein Innovationsfonds bedankt sich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, auch im Namen der begünstigten Organisationen.
Nach der Verbuchung von Aufwänden für Darlehen und Wertschriften inkl. Abschreibungen von ausstehenden Zinsen über total CHF 366‘027, der Erhöhung von Wertberichtigungen über CHF 59‘901, Betriebskosten über CHF 20‘402, Finanzaufwand über CHF 67 sowie ausserordentlichen Erträgen über CHF 1‘810 weist die Erfolgsrechnung einen ähnlichen Gewinn wie im Vorjahr über CHF 113‘918 aus.
Ermöglicht wurde dieses Ergebnis durch eine grosszügige Unterstützung von der ABS, die das für den Betrieb erforderliche Personal und die Infrastruktur kostenlos zur Verfügung stellt. Der Jahresgewinn sowie die aus den Gewinnen früherer Jahre gebildeten freien Reserven von CHF 3‘784‘598 bilden zusammen das Eigenkapital von insgesamt CHF 3‘898‘516.
Bertrand Donninger Andreas Preller
Vorstand Geschäftsführer
Eine breit abgestützte private Finanzierung ist für Startups meist nicht möglich. Zu gross ist der Aufwand für Akquise, Vertragsabschlüsse und Betreuung. Die Plattform Oomnium nimmt Schweizer Aktiengesellschaften diese Arbeit ab, bündelt private Anlegerinnen und Anleger und vernetzt so Investitionswillige und Wirtschaft.
Das Team von Oomnium
Geschäftsführer:
Leandro Davies, Co-Founder und CEO
«Der Vorteil einer Plattform mit einer Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten liegt in der Vernetzung»
Für Startups ist es oft schwierig, bei klassischen Banken genügend Startkapital zu beschaffen. Eine zweite Geldquelle kann Venture Capital sein. Dieses muss aber nicht zwingend von professionellen Investorinnen und Investoren kommen: Privatpersonen, die von einem Produkt oder einer Dienstleistung überzeugt sind, bringen neben Risikokapital auch Enthusiasmus mit. Das ist für die spätere Vermarktung des neu entwickelten Velos oder der innovativen Ferienwohnungsplattform Gold wert. Doch mit hunderten von Kleininvestorinnen und -investoren Verträge abzuschliessen und diese dann jahrelang zu betreuen, ist für ein Jungunternehmen aufwendig. Deshalb unterstützt Oomnium sie als Finanzierungsplattform. «Indem wir die Verträge standardisieren, schaffen wir es, die Investments von mehreren hundert Privatanlegerinnen und Privatanlegern zu poolen», beschreibt Marketingleiterin Iva Bozovic die Funktionsweise von Oomnium. Bevor es so weit ist, prüft der Finanzdienstleister das jeweilige Startup oder KMU, das auf Oomnium präsent sein möchte.
Dafür müssen die geplante Entwicklung plausibel und die Bedingungen für das Wagniskapital fair sein. Und erst, wenn aus dem Kreis der inzwischen über 14’000 bei Oomnium registrierten Privatpersonen eine Mindestsumme gezeichnet worden ist, werden die Investments auch abgerufen. «Der Vorteil einer Plattform mit einer Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten liegt in der Vernetzung», betont Bozovic. Denn die einzelnen Unternehmen weisen Personen aus ihrem eigenen privaten Netzwerk auf die Plattform hin – wo sie womöglich noch andere attraktive Startups entdecken, in die sie investieren möchten.
Das Bauen mit Lehm und Erde war bis vor ein paar hundert Jahren normal. Beton, Stahl und Glas haben seither den Baustoff verdrängt. Die Terrabloc SA greift die alte Tradition auf und produziert mithilfe von moderner Technik aus Aushubmaterial stabile Lehmsteine. Der Baustoff ist attraktiv für das Raumklima und senkt den CO2-Ausstoss.
Lehmziegel für ein gutes Innenraumklima
Geschäftsführer:
Rodrigo Fernandez
Laurent de Wurstenberger
«Für Privatpersonen und Wohnbaugenossenschaften kann es attraktiv sein, selbst Hand anzulegen»
Wo gebaut wird, sind enorme Mengen an Material im Spiel. Das beginnt beim Aushub, der fortgeschafft werden muss und meist auf einer Deponie landet. «Diese langen Transporte waren mir als Materialingenieur schon immer ein Dorn im Auge», erzählt Rodrigo Fernandez. Sein Kollege, der Architekt Laurent de Wurstenberger, hatte zudem in Afrika die Anwendung von Lehm als Baustoff studiert. Das Duo experimentierte im Labor mit gepressten Lehmsteinen und gewann damit 2011 den Nachhaltigkeitswettbewerb des Kantons Genf. Mit dem Preisgeld von CHF 10'000 entwickelte die neu gegründete Terrabloc SA eine handwerkliche Presse. Damit kann der Aushub direkt auf dem Bauplatz zu Bausteinen verarbeitet werden.
«Für Privatpersonen und Wohnbaugenossenschaften kann es attraktiv sein, selbst Hand anzulegen», erklärt Fernandez. Allerdings ist diese Produktionsmethode arbeits- und zeitintensiv. Für grössere Projekte wie Schulhäuser setzt die Terrabloc deshalb auf die industrielle Fertigung in Partnerschaft mit zwei Betonwerken in der Waadt (Cornaz SA) und in Luzern (Sebastian Müller AG). Dabei nutzt sie jeweils regionalen Aushub, um die Transportwege kurz zu halten.
In den letzten Jahren wurden in gegen 50 Projekten Lehmsteine verbaut, wobei bei korrekter Versteifung mit Betonkernen bis zu fünf Stockwerke möglich sind. Als Zuschlagstoff kommen maximal vier Prozent Zement oder andere Bindemittel zum Einsatz. Auch wenn der lang vergessene Lehmbau derzeit wiederentdeckt werde, brauche es weiterhin viel Beratung, weiss Fernandez: «Das Darlehen des Innovationsfonds ermöglicht es uns, in die technische Unterstützung vor allem in der Deutschschweiz zu investieren.»
Wer im Stadtverkehr unterwegs ist, hat meist etwas Gepäck dabei. Aber ein Cargobike ist im normalen Alltag oft zu schwer und zu sperrig. Das cargo-taugliche Velo «Monopole» des Zürcher Startups Toolbike AG, das in Europa hergestellt wird, löst dieses Dilemma und macht ein Zweitvelo überflüssig.
Co-Gründer:
Nicola Stäubli
Daniel Freitag
«Unser Unternehmen ist bereits heute konform mit den Prinzipien des Verantwortungseigentums aufgestellt: Kapitalrechte sind für Gründer und Investoren gedeckelt, der ökonomische Erfolg dient dem Firmenzweck, und die Stimmrechte liegen immer bei Menschen, die aktiv mit der Mission von Toolbike AG verbunden sind.»
Transporte lassen sich längst auch ohne Auto bewerkstelligen, eine immer grössere Vielfalt an Cargobikes machts möglich. In vielen Fällen sind diese Gefährte praktisch, für den Pendleralltag sind sie jedoch zu schwer und zu sperrig. Kommt dazu, dass elektrisch unterstützte Lastenräder nach einigen Jahren technisch überholt sind und Ersatzteile mittelfristig fehlen. Die zwei Velotüftler Nicola Stäubli und Daniel Freitag entwickelten deshalb das cargo-taugliche Alltagsvelo «Monopole». Sie lassen es in Frankreich schweissen, pulverbeschichten und zusammenbauen und setzen wo immer möglich auf europäische Komponenten.
Bei E-Bikes sind Batterie und Antrieb bereits nach vier, fünf Jahren überholt. Häufig lohnt sich dann der Ersatz der Komponenten nicht mehr, oder sie sind gar nicht mehr verfügbar. Die Antwort von Toolbike: Man baut Motor und Batterie aus und erhält ein erstklassiges Citybike mit reinem Muskelantrieb. Der Lebenszyklus des Bikes wird so bewusst über den Antrieb hinaus verlängert.
Das minimalistische Konzept hat auch Pro Helvetia überzeugt: Die Bundesstiftung förderte die Erfindung von Nicola Stäubli und Daniel Freitag mit einem Konzeptbeitrag. Das Darlehen des Innovationsfonds verwenden die Gründer einerseits für die Leistungserhöhung des bisherigen Elektroantriebs, anderseits für die Weiterentwicklung vonToolbike, für den Ausbau des Vertriebsnetzes sowie zur Sicherstellung des Betriebskapitals.
«Monopole» ist kürzer und leichter als ein herkömmliches Lastenrad und wird deshalb auch von den SBB transportiert. Speziell ist auch, wie die Firma juristisch aufgestellt ist: Als Unternehmen im Verantwortungseigentum ist die Gewinnausschüttung an Aktionariat und Gründungsduo gedeckelt. Was darüber hinaus übrig bleibt, muss wieder in die Firma investiert werden.
Der Kochtrick ist uralt: Das Kochwasser von Hülsenfrüchten kann zu einem Ei-Ersatz verarbeitet werden. Die Field Food AG hat das Verfahren perfektioniert, nutzt unter anderem Prozesswasser von Hummusfabrikanten und vermeidet so nebenbei Food Waste. Produziert wird die pflanzliche Ei-Alternative für die Lebensmittelindustrie und die Gastronomie.
Aquafaba im Labortest
Geschäftsleitung:
Silvan Leibacher, CEO
Carlo Weber, COO/CPO
David Ebnetet, CTO
Der Trend zu pflanzlicher und klimafreundlicher Ernährung zeigt sich auch in der Gastronomie und bei vorgefertigten Lebensmitteln. Zusätzlich sorgen steigende Preise und die Vogelgrippe dafür, dass Eier knapp und teuer sind. Die Branche sucht deshalb nach Alternativen für Eier. Die Firma Field Food AG greift auf ein «Arme-Leute-Ei» zurück, das bis Mitte des letzten Jahrhunderts auch hierzulande gang und gäbe war: Kochwasser von Hülsenfrüchten. Dieses enthält im Wasser gelöste Nährstoffe wie Eiweiss und Kohlenhydrate und bildet die Basis für «EggField Aquafaba», eine von Field Food entwickelte Ei-Alternative aus Kichererbsen, Gelberbsen und Zitronensaft. Die Darlehenserhöhung diente als Liquiditätsreserve und zur Absicherung der finanziellen Flexibilität während der Wachstumsphase. 2025 baute Field Food AG die Markpräsenz weiter aus, beispielsweise mit einer Partnerschaft mit dem Bäckerei-Zulieferer Pistor.
Die Social Ecosystems AG zeigt, wie Kaffee noch fairer produziert werden kann: Das Unternehmen kauft den Rohkaffee nachhaltig ein und setzt die Kaffeeverarbeitung in den Anbauländern um. So sorgt die Firma für eine höhere Wertschöpfung in Afrika. Dank der Vorfinanzierung soll der Absatz weiter wachsen.
Geschäftsleitung:
Marcel Lorenz, CEO
Auch bei Fairtrade-Kaffee werden die Bohnen fast ausschliesslich im globalen Norden geröstet und verpackt. Das Unternehmen Social Ecosystems AG macht das anders: Es bezieht den Kaffee von Kooperativen aus Uganda, Kongo, Burundi und Kenia und lässt ihn in Kenia von kleinen und mittelgrossen Röstereien verarbeiten und verpacken. Diese Veredelung in Afrika schafft mehr Arbeitsplätze. Beim Kauf des Rohkaffees wird auf drei Schwerpunkte geachtet: Bezug von Bohnen aus Agroforstwirtschaft, um die Biodiversität zu fördern; Frauenermächtigung; und Bezug von Kaffee aus Krisenregionen, um in diesen prekären Gegenden Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. 2025 exportierte Coffee Annan 20 Tonnen Kaffee, 2026 soll der Absatz wachsen. Die Darlehenserhöhung verwendete das Unternehmen dafür, die Ernte aus Afrika vorzufinanzieren.
Kläranlagen haben in den letzten 60 Jahren unsere Flüsse und Seen wieder fit gemacht. Doch auch heute noch kann das Abwassersystem optimiert werden, zeigt das Jungunternehmen Upwater AG. Dank einem Darlehen des Innovationsfonds hat es seine Messtechnik verbessert, was die Klimabelastung und den Stromverbrauch in der Abwasserbehandlung weiter senkt.
ARA Birs, Birsfelden
Geschäftsleitung:
Jonas Ruggle
Wenzel Gruber
Manuel Layer
Robert Niederdorfer
Abwasser wird meist unter freiem Himmel gereinigt – entsprechend gelangen im Abwasser gelöste Gase ungehindert in die Atmosphäre. Dazu gehört auch Lachgas, das 300-mal klimabelastender ist als Kohlendioxid. Die Emissionen hängen von der Zusammensetzung des Abwassers ab. Upwater, ein Spin-off der Eawag, misst nun die Emissionen in der Abluft und kann so Rückschlüsse auf die Entstehung von Lachgas im Abwasser ziehen. Daraus wiederum ergeben sich Empfehlungen, wie die Klärbecken belüftet werden sollen. Das lohnt sich nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell. Denn damit wird nur so viel Luft in die Becken gepumpt, wie auch Sinn ergibt. Die Darlehenserhöhung nutzte das Jungunternehmen, um ein Luftmengenmessgerät weiterzuentwickeln und in Mietapparate für langfristige Messreihen zu investieren.
An die ordentliche Mitgliederversammlung des
Vereins Innovationsfonds mit Sitz in Liestal BL,
c/o Alternative Bank Schweiz AG, 4601 Olten
Ostermundigen, 27. Januar 2026
Bericht der Revisionsstelle zur Eingeschränkten Revision
Als Revisionsstelle haben wir die Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang) des Vereins lnnovationsfonds für das am 31. Dezember 2025 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.
Für die Jahresrechnung ist der Vorstand verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, die Jahresrechnung zu prüfen. Wir bestätigen, dass wir die Anforderungen hinsichtlich Zulassung und Unabhängigkeit erfüllen.
Unsere Revision erfolgte nach dem Schweizer Standard zur Eingeschränkten Revision. Danach ist diese Revision so zu planen und durchzuführen, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung erkannt werden. Eine Eingeschränkte Revision umfasst hauptsächlich Befragungen und analytische Prüfungshandlungen sowie den Umständen angemessene Detailprüfungen der beim geprüften Unternehmen vorhandenen Unterlagen. Dagegen sind Prüfungen der betrieblichen Abläufe und des internen Kontrollsystems sowie Befragungen und weitere Prüfungshandlungen zur Aufdeckung deliktischer Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse nicht Bestandteil dieser Revision. Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes nicht dem schweizerischen Gesetz und den Statuten entsprechen.
Loepthien Maeder Treuhand AG
Talweg 17, Postfach, 3072 Ostermundigen
| Bilanzsumme | CHF 3’901’516.07 | |
| Eigenkapital | CHF 3’898’516.07 | |
| Jahresgewinn | CHF 113’918.40 | |
| Bürgschaften | keine |
Steuerbefreiung
Der Verein Innovationsfonds ist mit Entscheid vom 29. Januar 1997 (Nr. 97-1.11) durch die Taxationskommission und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft von der Staats-, Gemeinde- und direkten Bundessteuer befreit. Spenden für gemeinnützige Organisationen berechtigen in den meisten Kantonen zu Steuerabzügen. Bitte beachten Sie die entsprechenden kantonalen Steuergesetze.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie den Innovationsfonds finanziell unterstützen und somit wichtigen Projekten zum Start verhelfen.
Für Ihr Engagement als Spenderinnen und Spender danken wir Ihnen ganz herzlich.
Organe
Vorstand
Nicole Bardet, Mitglied der ABS-Geschäftsleitung
Bertrand Donninger, Koordinator Kreis Finanzieren
Kontrollstelle
Loepthien Maeder Treuhand AG, 3072 Ostermundigen